das persönliche Verhältnis zu Fleisch

Auf der Geburtstagsfeier meiner Mutter haben wir ein interessantes Thema angeschnitten: das persönliche Verhältnis zu Fleisch.

Ich bin ja in einem Jäger-Haushalt groß geworden. Das bedeutet, dass mein Vater passionierter Hobbyjäger war und wir daheim oft Wildbrett statt anderer Fleischsorzen gegessen haben, eben von den Tieren, die er gejagt hat. Selbst war ich unzählige Male dabei, wenn er Wild geschossen hat, habe es miterlebt, wenn er die Tiere erst aufgebrochen und dann daheim zerlegt hat. Für mich war das völlig normal, da ich damit groß geworden bin. Aber ich wusste immer, dass diese Tiere bis zu ihrem Ableben ein schönes und natürliches Leben in Wald und Flur hatten.

Aber ich war auch noch unzähligere Male mehr mit ihm im Wald wo wir einfach nur die Schönheit und die Ruhe des Waldes genossen haben, ohne Jagdglück zu haben. Es sind schöne Erinnerungen an diese Ausflüge in den Wald!!!

Nun kamen wir auf der Feier am Wochenende auch auf dieses Thema zu sprechen. Ich hab mich erinnert, wie meine Gefühle waren, als es zu Jagdglück kam. Anfangs bist du völlig unter Adrenalin, freust dich über den Erfolg, freust dich auf die Suche nach dem erlegten Tier, aber wenn du es dann da leblos am Boden liegen siehst, kommt der Moment, in dem du realisierst, was da eigentlich passiert ist: ein Tier wurde getötet, man hat ihm mit einem Schuß das Leben ausgemacht, damit etwas auf den Teller kommt.

Früher war es Gang und gebe, so an seine Nahrung zu kommen. Hätte man Erfolg, gab es Fleisch, wenn nicht, war Schmalhans daheim Küchenmeister. Der Fleischkonsum war geringer und bewußter und es wurde gejagt, was benötigt wurde, eben das für den persönlichen Eigenbedarf. Und so hat es mein Vater auch immer gehandhabt. Nie sinnlos ein Tier schießen. Wie oft saßen wir auf dem Stand und haben die Waldbewohner einfach nur beobachtet und ihnen beim Grasen und über die Lichtung laufen zugesehen. Wie herrlich ist der Anblick, wenn Jungtiere von ihrem Müttern ans Leben im Wald gewöhnt werden. Das ist Natur. Natürlich gehört zur Natur auch immer wieder Tod dazu. Früher gab es Bären und Wölfe, die den Wildbestand natürlich reduziert haben und somit ihr eigenes Weiterbestehen gesichert haben. Ein Jäger ist eine Art Ersatz für Raubtiere. Ohne die Jagd würden sich die Wildpopulationen ins unermessliche vermehren, denn Wildtiere haben keine natürlichen Feinde. Das tut dem Ökosystem nicht gut, da gerade Rehwild gerne junge Bäumchen anfrisst und dadurch häufig dadurch nachhaltig schädigt, muss immer eine Regulation des Tierbestandes passieren. Verantwortungsbewusste Jäger sind nicht nur Mörder, sondern auch Heger des Waldes (schwarze Schafe gibt es leider genügend und die machen den Ruf eines verantwortungsbewussten Jägers zunichte).

Heute wird in den Supermarkt gegangen, in der Kühltheke geschaut, welche Fleischpackung gut aussieht. Dass das mal lebende Tiere waren, die für uns ihr Leben gelassen haben, wird von vielen gerne vergessen. Wenn man selbst einmal dabei war, wie ein Tier getötet wurde, bekommt man ein ganz anderes Bild vom Fleischkonsum. Das Fleisch wird immer günstiger, die Qualität schlechter. Die Haltungsbedingungen leiden immens, artgerecht ist Fehlanzeige, da das wieder den Endpreis in die Höhe treibt und die Vebraucher verärgert. Jeder, der einmal diese desolaten Haltungsbedingungen gesehen hat, wird meiner Meinung nach nie wieder freiwillig so ein Stück Fleisch anrühren! Von den ganzen Nebenprodukten wie Medikamente, die dem Tier zugefüttert wurden, damit es die Haltung bis zum Tod durch den Schlachthof übersteht, mal ganz abgesehen. Warum nehmen die ganzen Zivilisationskrankheiten seit der wachsenden Indistrakisierung stetig zu…?

Noch ein Grund, von Fleisch aus Massentierhaltung abzusehen, ist, dass diese Tiere unter Dauerstress aufgezogen sind. Diese Stresshormone gelangen ins Fleisch und wir nehmen Sie beim Verzehr unweigerlich auf. Ein Tier darf nicht unnötig leiden, das ist kein Tierwohl, sondern ein Stück Folter in meinen Augen

Ich bin der festen Meinung, dass wenn es schon Fleisch sein muss, man unbedingt darauf achten muss, wie das Tier vor seiner weiteren Bestimmung gelebt hat. Von Fleisch aus Massentierhaltung ist zwingend Abstand zu nehmen, hin zu Fleisch aus einwandfreier Haltung, von der man sich auch persönlich vor Ort überzeugen kann und sei es, dass man es auf der Lichtung selbst gesehen hat.

Und man sollte bei jedem Stück Fleisch eins nie vergessen: dass es ein Lebewesen war, das sein Leben geben musste, damit wir etwas auf dem Teller haben.

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Ein Gedanke zu „das persönliche Verhältnis zu Fleisch

  1. sieht der verbraucher in fleisch nicht zerstörung und tod? reicht seine moral nicht über das private hinaus? erkennt er nicht die grossen zusammenhänge in der welt, um umweltzerstörung, klimawandel, massentierhaltung und auch gesundheit? fleischkonsumenten zerstören unsere zukunft!

    apropos umweltschutz:
    unsere massentierhaltung ist für mehr als die hälfte aller globalen co2 emissionen verantwortlich, somit ist unser fleischkonsum hauptverursacher des durch den menschen verursachten klimawandels. die industrielle tierhaltung schadet der erde mehr als jede andere industrie.

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